Gürtel

Wie erstelle ich einen Gürtel ? Hier soll es euch Schritt für Schritt gezeigt werden.

Das Leder ist, wie fast immer, breiter als das Riemenende. Und auch breiter, als die lichte Weite der Schließe. Also müssen wir den Riemen auf der Seite des Riemenendes schmaler schneiden.
Nachdem wir kontrolliert haben, bis wohin das Leder durch die Schließe muss, zeichnen wir mit Bleistift die Schnittkante an. Achtung: auf der Seite der Schließe soll das Leder wegen dem Gürtelblech in Originalbreite bleiben.
Jetzt wird mit dem Teppichmesser und dem Stahllineal die vorgezeichnete Linie mit mehreren, nicht zu starken Schnitten eingeschnitten. Aber nicht durchschneiden (außer Ihr habt eine geeignete Unterlage).
Hier sieht man den ca. bis zur Hälfte eingeschnittenen Gürtelriemen. Die Schnitte sind unsere Führungslinie für die Schere. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es so sauberer wird, als wenn ich mit dem Teppichmesser gleich ganz durchschneide.
Als nächstes wird links und rechts der schmale Lederstreifen mit der Schere weggeschnitten.
Das Setzen vom Riemenende des Gürtel
Die Schließe passt, aber mit dem Riemenende gibt es noch ein Problem…
…das Leder ist zu stark!
Wir schneiden es erstmal in die passende Form.
Dann mit dem Teppichmesser oder Skalpell vorsichtig dünner schneiden.
Noch ein bischen mit dem Hammer platt klopfen…
…paßt!
Das setzen der Messingnägel am Gürtel
Jetzt fehlt noch die Niete (Messingnagel).
Mit der Ahle vorstechen (geht gut am leicht geöffneten Schraubstock)…
…und den Nagel durchstecken. Man kann auch mit dem Hammer etwas nachhelfen.
Der Nagel steht natürlich noch weit über.
Mit der Beißzange so abzwicken, dass noch…
…etwas übersteht. Das ist etwas Erfahrungssache.
Nun wird das Ganze vernietet. Dazu nimmt man die Hammerfinne (ein Kugelkopfhammer wäre besser, aber den hat nicht jeder). Mit vorsichtigen Schlägen wird der Nagel auseinandergetrieben, so dass ein „Pilzkopf“ entsteht. Wichtig ist auch, dass nur der Nagelkopf auf dem Metall der Unterlage (hier Platte des Schraubstocks) aufsitzt, damit das Riemenende nicht beschädigt wird.
Nun folgt die Schließe des Gürtel
Nun zur Schließe.
Hier ist das Problem, dass das Blech in der Mitte etwas zu breit ist. Rechts habe ich es angezeichnet. Das feilen wir mit einer Schlüsselfeile oder Metallfeile weg.
Dazu das Blech im Schraubstock zwischen Lederresten einspannen, damit die Oberfläche des Gürtelbleches nicht verkratzt wird (es gibt auch glatte Aufsätze für die Backen von Schraubstöcken).
Das Blech zurecht feilen…
und die Kanten kurz entgraten.
Mit etwas Stahlwolle darüber gehen, das glättet nochmals die Kanten und entfernt Reste vom Anzeichenstift.
So soll das dann in etwa aussehen. Da wir durch beide Öffnungen der Schließe müssen, wird hier das ganze Blech gebogen.
Nachdem wir das Blech mit der Hand so umgebogen haben…
…paßt es jetzt gut durch die Schließe.
Mit dem Schraubstock biegen wir das Blech wieder gerade. Der Gürtelriemen ist schon zwischen dem Blech. Das Blech schützen wir wieder mit einem Lederrest.
Man kann das Blech auch mit dem Hammer geradeklopfen. Auch hier wird ein Stück altes Leder als Schutz zwischen Blech und Hammer gelegt.
Nun werden die Positionen der Löcher angerissen.
Hier noch einmal näher. Ich habe die Löcher vorher angezeichnet.
Nun werden die Löcher gebohrt. Ich bohre das Leder immer gleich mit. Muß man aber nicht.
Jetzt werden wie bei der Riemenzunge die Messingstifte gesetzt…
…abgezwickt und vorsichtig vernietet.
Mit der Lochzange noch die Gürtellöcher machen…
…fertig!

Quelle: Reenactors-shop

Copyright by Andreas von Dollberghe